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Breaking ice

Risse im Eis

Der Morgen danach war von einer seltsamen Stille geprägt, die nichts mit der tatsächlichen Lautstärke zu tun hatte. Draußen zwitscherten Vögel, im Flur polterte jemand eine Kiste die Treppe hinunter, doch in Iverys Kopf herrschte ein ohrenbetäubendes Rauschen. Die Geständnisse der letzten Nacht hingen wie unsichtbarer Rauch in der Luft, schwer und erstickend. Sie hatte Garrett Graham einen Blick hinter ihre Mauern gewährt, einen Blick auf die tiefste Wunde ihres Lebens. Und er hatte dasselbe getan.

Sie saß auf ihrer Bettkante und starrte auf ihre Unterarme. Die Narben wirkten im fahlen Morgenlicht noch heller, fast silbern. Gestern Abend hatte er sie angesehen, nicht mit Abscheu oder Mitleid, sondern mit etwas, das beunruhigend nach Verständnis aussah. *Wir sind beide ziemlich im Arsch, oder?* Seine Worte hallten in ihr nach. Hass war einfach gewesen. Hass war eine klare, kalte Linie zwischen ihr und der Welt, die ihr alles genommen hatte. Aber was war das jetzt? Dieses seltsame, zögerliche Gefühl, das sich anfühlte wie ein blauer Fleck – schmerzhaft bei Berührung, aber ein Zeichen von etwas, das darunter passierte.

„Guten Morgen, Sonnenschein“, krächzte eine Stimme von der anderen Seite des Zimmers. Allie setzte sich in ihrem Bett auf, die Haare ein zerzaustes Nest, das Make-up von gestern Nacht zu dunklen Schlieren unter ihren Augen verwischt. „Mein Kopf fühlt sich an, als hätte das Hockeyteam darauf trainiert.“

Ivery zuckte bei dem Wort „Hockeyteam“ unwillkürlich zusammen.

Allie rieb sich die Schläfen und blinzelte Ivery an. „Apropos… du und Garrett Graham. Ihr seid zusammen von der Party verschwunden. Ich habe dich überall gesucht. Was zum Teufel ist da passiert? Ich dachte, du wolltest ihn am liebsten als Puck benutzen.“

Ivery stand auf und ging zum Fenster, um nicht Allies neugierigem Blick begegnen zu müssen. „Wir haben nur geredet.“

Allie lachte ungläubig. „Geredet? Ivery, du redest nicht mit Garrett Graham. Du vernichtest ihn mit Worten. Und er scheint es zu genießen. Aber ihr verschwindet nicht mitten in der Nacht, um über das Wetter zu ‚reden‘. Also, spuck’s aus. Habt ihr rumgemacht?“

„Nein“, sagte Ivery schärfer, als sie beabsichtigt hatte. Sie drehte sich um. „Wir haben nicht rumgemacht. Er hat mich nach Hause gefahren, weil die Party unerträglich war. Das ist alles.“

Allie musterte sie mit zusammengekniffenen Augen. Sie war keine Dummkopf. Sie spürte die Veränderung in der Atmosphäre. „Okay… ‚das ist alles‘. Aber irgendetwas ist anders. Du siehst nicht so aus, als würdest du ihn hassen. Du siehst… verwirrt aus.“

„Vielleicht bin ich das auch“, murmelte Ivery und wandte sich wieder dem Fenster zu. „Lass uns einfach nicht darüber reden, okay?“

Allie seufzte, aber sie ließ es für den Moment gut sein. „Wie du meinst. Aber ich behalte euch im Auge. Da braut sich was zusammen, das spüre ich.“

Die folgenden Tage waren ein Eiertanz. Der unausgesprochene Waffenstillstand zwischen Ivery und Garrett manifestierte sich in einer fast greifbaren Spannung, wann immer sie sich auf dem Campus über den Weg liefen. Die bissigen Kommentare waren verschwunden, ersetzt durch lange, prüfende Blicke, die mehr sagten als jedes Wort. Einmal, als sie sich in der überfüllten Mensa aneinander vorbeidrängten, streifte sein Arm kurz ihren. Die Berührung war flüchtig, aber sie schickte eine Welle elektrisierender Wärme durch Iverys Körper, die sie wütend machte. Sie wollte das nicht fühlen.

Am Mittwochnachmittag saß sie in ihrem Stammcafé abseits des Campus und versuchte, sich auf Freuds Theorien zu konzentrieren, als sich ein Schatten über ihr Buch legte.

„Ist dieser Platz noch frei?“

Ivery erstarrte. Sie musste nicht aufsehen. Sie kannte diese tiefe Stimme, die sie nun nicht mehr mit Arroganz, sondern mit einer verborgenen Müdigkeit verband. Sie nickte nur stumm. Garrett zog leise den Stuhl zurück und setzte sich ihr gegenüber. Er stellte einen Kaffeebecher auf den Tisch und packte ebenfalls ein Lehrbuch aus.

Minutenlang saßen sie sich schweigend gegenüber, nur das leise Rascheln von umgeblätterten Seiten und das Klirren von Geschirr im Hintergrund durchbrach die Stille. Es war seltsam. Noch vor einer Woche hätte sie ihn angefahren, was ihm einfiele, sie zu stören. Jetzt war seine Anwesenheit… beruhigend. Eine stille Anerkennung ihrer gemeinsamen Geheimnisse.

„Psychologie“, sagte er plötzlich leise und deutete mit dem Kinn auf ihr Buch. „Passt irgendwie.“

Ivery hob den Blick. „Findest du?“, fragte sie, ihre Stimme neutral.

„Du analysierst gerne Leute. Steckt sie in Schubladen.“ Ein Anflug seines alten Spotts lag in seinen Worten, aber ohne die frühere Schärfe. Es war eine Feststellung, keine Anschuldigung.

„Und du wärst ein faszinierendes Fallbeispiel“, konterte sie trocken. „Der goldene Junge mit dem dunklen Geheimnis. Ein Klassiker.“

Zu ihrer Überraschung lachte er leise auf. Es war ein echtes Lachen, das Fältchen um seine Augen warf. „Touché. Vielleicht sollte ich dich für meine Abschlussarbeit engagieren.“ Er wurde wieder ernst und sah sie direkt an. „Wie geht es dir?“

Die Frage war so einfach und doch so komplex. Er fragte nicht, wie ihr Tag war. Er fragte nach der Party. Nach ihrem Vater. Nach allem.

„Ich überlebe“, antwortete sie ehrlich. „Und du?“

Sein Lächeln verschwand. Er rieb sich über den müden Nacken. „Die Saison ist anstrengend. Der Druck ist hoch.“ Es war eine ausweichende Antwort, aber sie verstand, was er meinte. Der Druck kam nicht nur vom Team. Er kam von einem Mann namens Phil Graham.

Bevor sie etwas erwidern konnte, betrat eine Gruppe von Studenten das Café, darunter Logan. Er entdeckte Garrett sofort und steuerte auf ihren Tisch zu.

„Da steckst du also, G!“, rief er fröhlich. Dann bemerkte er Ivery und seine Augenbrauen schossen in die Höhe. „Oh. Hallo, Ivery. Störe ich bei eurem… Lesezirkel?“

Garretts Kiefer spannte sich an. „Wir lernen nur, Logan.“

„Sicher, sicher“, grinste Logan und zwinkerte Garrett zu, eine Geste, die Ivery nicht entging. „Wir sehen uns später beim Training. Versuch, nicht zu sehr von… der Psychologie abgelenkt zu werden.“ Mit einem letzten, neugierigen Blick auf Ivery zog er wieder ab.

Die unbeschwerte Atmosphäre war dahin. Garrett schloss sein Buch. „Ich sollte los.“

„Garrett“, sagte Ivery schnell, als er aufstand. Er hielt inne. „Pass auf dich auf.“

Sein Blick traf ihren, und für einen Moment war die ganze Verletzlichkeit der Partynacht wieder da. Er nickte kaum merklich, bevor er sich umdrehte und ging. Ivery blieb zurück und starrte auf den leeren Stuhl ihm gegenüber. Allie hatte recht. Hier braute sich etwas zusammen. Und es machte ihr Angst.

Die Bestätigung ihrer Angst kam zwei Tage später. Sie war auf dem Weg zu ihrer letzten Vorlesung am Freitagnachmittag und nahm eine Abkürzung hinter der Eishalle. Die Luft war hier kälter, roch nach nassem Beton und dem fernen, unverwechselbaren Geruch von Eis. Ivery beschleunigte ihre Schritte, ein mulmiges Gefühl in der Magengegend.

Plötzlich hörte sie eine laute, wütende Stimme. „Glaubst du, das ist ein verdammtes Spiel? Das war die schlechteste Leistung, die ich seit deiner Jugendmannschaft gesehen habe! Du warst langsam, unkonzentriert! Willst du alles wegwerfen?“

Ivery erstarrte. Sie spähte vorsichtig um die Ecke des Gebäudes. Dort stand Garrett, das Gesicht eine Maske aus Stein, das Handy ans Ohr gepresst. Er stand mit dem Rücken zu ihr, aber seine ganze Haltung schrie nach Anspannung. Seine Schultern waren bis zu den Ohren hochgezogen, die freie Hand zur Faust geballt.

„Ich weiß, ich…“, begann er, doch die Stimme am anderen Ende der Leitung unterbrach ihn brutal.

„Du weißt gar nichts! Du ruhst dich auf deinem kleinen College-Ruhm aus, während da draußen Jungs sind, die sich den Arsch aufreißen würden für deine Chance! Phil Graham’s Sohn, eine Enttäuschung auf dem Eis. Das wollen die Leute lesen, was? Ist es das, was du willst?“

Ivery konnte die Worte nicht mehr hören, aber sie sah, wie Garrett zusammenzuckte, als hätte man ihn geschlagen. Er schloss die Augen, sein Gesicht war aschfahl.

„Nein, Sir“, presste er hervor, die Stimme kaum ein Flüstern. „Es wird nicht wieder vorkommen.“

Er hörte noch einen Moment zu, dann legte er auf. Er bewegte sich nicht. Er stand einfach nur da, den Kopf gesenkt, und starrte auf den Boden. Ivery sah, wie seine Schultern zitterten. Nicht vor Kälte.

Ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Sie wollte weggehen, ihn in Ruhe lassen, so tun, als hätte sie nichts gehört. Das war seine Last, nicht ihre. Aber ihre Füße waren wie festgewurzelt. Sie dachte an den Jungen in der Bibliothek, an den Mann auf der Party, der von seinem Monster von Vater gesprochen hatte.

Sie trat aus ihrem Versteck. Das Geräusch ihrer Turnschuhe auf dem Kies ließ ihn herumfahren. Als er sie sah, gefror seine Miene. Die Verletzlichkeit verschwand und machte einer kalten, abwehrenden Wut Platz.

„Was willst du?“, zischte er. „Hast du die Show genossen?“

„Ich wollte nicht lauschen“, sagte sie leise und trat langsam näher. „Ich war auf dem Weg zur Vorlesung.“

„Sicher“, spottete er. „Geh einfach, Ivery. Lass mich in Ruhe.“

„Nein“, sagte sie, fester als zuvor. Sie blieb ein paar Schritte vor ihm stehen. „Ich gehe nicht. Nicht, wenn du so aussiehst.“

„Wie sehe ich denn aus?“, fragte er herausfordernd, aber seine Stimme brach am Ende leicht.

„Als würdest du die ganze Welt auf deinen Schultern tragen. Und als würde sie dich gerade zerquetschen.“ Sie sah ihn direkt an, ihre grünen Augen unnachgiebig. „Niemand verdient es, so behandelt zu werden. Schon gar nicht von seinem eigenen Vater.“

Garrett starrte sie an, sein Atem ging schnell und flach. Zum ersten Mal seit sie ihn kannte, sah sie Tränen in seinen Augen schimmern. Er blinzelte schnell, um sie zurückzuhalten, ein vergeblicher Kampf.

„Du verstehst das nicht“, presste er hervor. „Er war schon immer so. Nichts ist je gut genug. Meine Mutter… sie war der Puffer. Als sie starb, richtete sich alles gegen mich. Jedes verlorene Spiel, jeder verpasste Schuss… ist meine Schuld. Es ist immer meine Schuld.“

Ein einziger, verräterischer Tropfen löste sich und rann über seine Wange. Er wischte ihn wütend weg, als wäre es Säure.

Ivery überbrückte die letzten Schritte zwischen ihnen. Sie zögerte nur einen Moment, dann tat sie etwas, das sie selbst am meisten überraschte. Sie legte ihre Arme um ihn. Es war eine unbeholfene, steife Umarmung. Sie war nicht gut darin, Trost zu spenden. Sie war es gewohnt, diejenige zu sein, die ihn brauchte, aber nie bekam.

Garrett erstarrte bei ihrer Berührung. Er war steif wie ein Brett, ein Bündel aus angespannten Muskeln und unterdrücktem Schmerz. Doch dann, nach einer endlosen Sekunde, geschah etwas. Er entspannte sich. Langsam, zögerlich, als würde er einer wilden Kreatur vertrauen, von der er wusste, dass sie beißen konnte, legte er seine Arme ebenfalls um sie. Er vergrub sein Gesicht in ihrer Halsbeuge, und sie spürte die Wärme seines Atems auf ihrer Haut.

Sie standen einfach nur da, mitten auf einem verlassenen Weg hinter der Eishalle. Zwei zerbrochene Menschen, die sich aneinander festhielten, als wären sie die einzigen stabilen Punkte in einem Universum aus Schmerz. Sie sagte nichts. Was hätte sie auch sagen sollen? *Es wird alles gut?* Das wäre eine Lüge gewesen. Stattdessen strich sie ihm nur unbeholfen über den Rücken, eine kleine, wiederholende Geste.

Nach einer gefühlten Ewigkeit löste er sich langsam von ihr. Sein Gesicht war gerötet, seine Augen immer noch feucht, aber der Ausdruck war ein anderer. Die Wut war verschwunden, zurück blieb eine rohe, schmerzhafte Verletzlichkeit.

„Danke“, flüsterte er. Seine Stimme war rau.

„Dafür bin ich doch da“, sagte sie leise und meinte es auch so. In diesem Moment fühlte es sich richtig an.

Sein Blick fiel auf ihre Arme, die ihn immer noch leicht umschlungen hielten. Er hob eine Hand und strich mit der Fingerspitze ganz sanft über eine der längsten Narben auf ihrem Unterarm. Die Berührung war federleicht, aber sie brannte sich in ihre Haut ein.

„Ich wünschte, ich könnte es dir so leicht gleichtun“, sagte er leise. „Ich wünschte, ich könnte dir den Schmerz nehmen, der diese Linien gezeichnet hat.“

Ivery schluckte. „Das kannst du nicht. Genauso wenig wie ich dir deinen nehmen kann. Aber vielleicht… vielleicht müssen wir sie nicht allein tragen.“

Die Worte hingen zwischen ihnen in der kalten Luft. Es war ein Angebot. Ein gefährliches, verlockendes Angebot.

Garrett sah sie lange an, sein Blick wanderte von ihren Narben zu ihren Augen, dann zu ihren Lippen. Die Welt um sie herum schien zu verschwimmen. Das Geräusch der fernen Stadt, der Geruch des Eises – alles verblasste. Es gab nur noch ihn und sie und die Wahrheit, die nackt zwischen ihnen lag.

Er beugte sich langsam vor. Ivery hielt den Atem an. Ihr Herz hämmerte so laut, dass sie sicher war, er konnte es hören. Ein Teil von ihr schrie, sie solle zurückweichen, weglaufen, die Mauer wieder hochziehen. Aber ein anderer, stärkerer Teil blieb stehen.

Seine Lippen trafen ihre. Es war kein fordernder, arroganter Kuss, wie sie ihn von einem Garrett Graham erwartet hätte. Er war zögerlich, sanft, fast fragend. Es war ein Kuss, der nicht nach Eroberung schmeckte, sondern nach Trost. Er schmeckte nach Salz von seinen Tränen und nach der Kühle der Herbstluft.

Ivery schloss die Augen und erwiderte den Kuss. Für einen Moment gab es keinen Schmerz, keine Vergangenheit, kein Eishockey. Es gab nur diese Verbindung, diesen flüchtigen Moment der Gnade.

Als sie sich lösten, blieben ihre Stirnen aneinander gelehnt.

„Ich hasse dich nicht mehr, Graham“, flüsterte sie.

Ein trauriges Lächeln umspielte seine Lippen. „Ich weiß. Das ist das Erschreckendste daran.“

Die Glocke der Universität läutete in der Ferne und riss sie aus ihrem Kokon. Die Realität kehrte zurück.

„Ich… ich muss zur Vorlesung“, stammelte Ivery und trat einen Schritt zurück, plötzlich unsicher, was sie tun oder sagen sollte.

„Ja“, sagte er und fuhr sich durch die Haare. „Ich muss zum Training. Mein Vater würde mich umbringen, wenn er wüsste, dass ich hier stehe und…“ Er ließ den Satz unvollendet.

Sie sahen sich noch einen Moment lang an, dann nickte Ivery und ging, ohne sich noch einmal umzudrehen. Sie ging nicht zur Vorlesung. Sie ging direkt zurück in ihr Wohnheim, schloss die Tür hinter sich und lehnte sich dagegen. Ihre Finger wanderten zu ihren Lippen. Sie konnte ihn immer noch spüren.

Sie hatte Garrett Graham geküsst. Den Eishockey-Kapitän. Den Sohn von Phil Graham. Den Jungen mit den unsichtbaren Narben.

Sie setzte sich an ihren Schreibtisch und klappte ihren Laptop auf. Ohne wirklich darüber nachzudenken, öffnete sie den Browser und tippte die Adresse der Briar-Athletik-Website ein. Sie klickte auf den Spielplan des Eishockeyteams. Das nächste Heimspiel war am Samstagabend. Das Spiel, von dem sein Vater am Telefon gesprochen hatte.

Ihr Cursor schwebte über dem Datum. Ihr ganzer Körper schrie Nein. Geh nicht dorthin. Geh nicht zurück in eine Eishalle. Nicht nach all den Jahren. Die Erinnerung an das grelle Licht, den Geruch von Blut und die Schreie ihrer Mutter war eine physische Barriere.

Aber dann sah sie Garretts Gesicht vor sich. Die Tränen in seinen Augen. Die Art, wie er sich an sie geklammert hatte. Die Art, wie er sie geküsst hatte, als wäre sie ein Anker in einem Sturm. *Niemand sollte das allein durchstehen.*

Mit zitterndem Finger klickte sie nicht weg. Sie ließ die Seite offen. Sie wusste noch nicht, ob sie gehen würde. Aber zum ersten Mal seit dem Tod ihres Vaters war die Angst vor dem Eis nicht das stärkste Gefühl in ihr. Es war die Angst um den Jungen, der darauf stand. Und dieser Gedanke war gefährlicher als jeder Hass, den sie je empfunden hatte. Das Eis unter ihren Füßen hatte nicht nur Risse bekommen. Es begann zu schmelzen.