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Breaking ice

Das Gewicht der Stille

Der Weg zurück zum Wohnheim war ein surrealer Schwebezustand. Iverys Beine bewegten sich mechanisch, während ihr Geist noch immer in der Eishalle festsaß, gefangen im Nachhall von Kufengeräuschen und dem blendenden Weiß des Eises. Die kalte Nachtluft, die sie in tiefen Zügen einsog, schaffte es nicht, die innere Unruhe zu vertreiben. Sie fühlte sich ausgehöhlt, als hätte sie in den letzten zwei Stunden jahrelange, sorgfältig aufgestaute Emotionen verbrannt. Übrig blieb eine seltsame, vibrierende Leere.

Als sie die Tür zu ihrem Zimmer aufschloss, saß Allie auf dem Bett, die Beine angezogen, das Handy in der Hand, aber ihr Blick war auf die Tür gerichtet. Sie sprang sofort auf.

„Du bist zurück!“, rief sie, eine Mischung aus Erleichterung und aufgeregter Neugier in der Stimme. „Wie war es? Hast du es überlebt? Musstest du jemanden verprügeln? Erzähl mir alles!“

Ivery ließ ihre Jacke von den Schultern gleiten und legte sie über einen Stuhl. Die Bewegung fühlte sich langsam und schwer an. „Ich habe es überlebt.“

Allie trat näher und musterte sie mit prüfendem Blick. „Okay, das ist die Untertreibung des Jahrhunderts. Du siehst aus, als hättest du gerade einen Marathon durch die Arktis gelaufen und dabei mit einem Eisbären gekämpft. War es so schlimm?“

„Schlimm“, wiederholte Ivery leise und fuhr sich über das Gesicht. „Und… nicht schlimm. Es war… laut. Kalt. Genau wie ich es in Erinnerung hatte.“ Sie ließ sich auf ihr eigenes Bett fallen und starrte an die Decke. Das Bild von Garretts Lächeln, das nur für sie bestimmt war, blitzte vor ihrem inneren Auge auf. „Aber es war auch anders.“

„Anders, weil er da war?“, fragte Allie sanft und setzte sich auf die Bettkante neben sie.

Ivery schloss die Augen. „Ich habe ihn gesehen, Allie. Ich habe gesehen, wie der Druck ihn fast zerbricht. Alle jubeln ihm zu, aber niemand sieht, dass er ertrinkt.“ Die Worte kamen leiser heraus, als sie es beabsichtigt hatte, ein brüchiges Geständnis. „Und dann… hat er mich gesehen.“

Allie sog scharf die Luft ein. „Er hat dich gesehen? In der Menge?“

„Ich weiß nicht, wie. Aber er hat mich gesehen.“ Ivery drehte den Kopf und sah ihre Freundin an. „Und für einen Moment war es, als wären wir die einzigen beiden Menschen in dieser verdammten Halle.“

Allie schwieg einen Moment, ihre übliche sprudelnde Art war einer nachdenklichen Ernsthaftigkeit gewichen. „Wow. Das ist… mehr als nur ‚kompliziert‘, Ivery.“ Sie legte eine Hand auf Iverys Knie. „Was machst du jetzt?“

„Ich weiß es nicht“, flüsterte Ivery. „Ich weiß nur, dass ich noch nie in meinem Leben so müde war.“

Und das war die Wahrheit. Es war keine körperliche Müdigkeit. Es war die Erschöpfung einer Seele, die sich zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt aus ihrer Deckung gewagt hatte.

***

Die Umkleidekabine der Briar-Bulldogs war ein Chaos aus Lärm, Schweiß und dem Geruch von billigem Champagner, den jemand in den Raum gesprüht hatte. Die Jungs grölten, feierten den späten Ausgleich wie einen Sieg. Logan schlang Garrett von hinten einen Arm um den Hals und rieb ihm mit den Knöcheln über den Kopf.

„Was für ein Pass, G! Was für ein verdammter Pass! Ich dachte schon, du hättest das Schießen verlernt, aber das war pure Magie!“

Garrett lachte, aber das Geräusch erreichte seine Augen nicht. Er ließ die Glückwünsche und Schulterklopfer über sich ergehen, doch sein Verstand war woanders. Er war oben, in der letzten Reihe, im Halbdunkel, wo ein Mädchen in einem schwarzen Rollkragenpullover gesessen hatte wie ein stiller Anker in einem tosenden Sturm.

*Sie war da.*

Der Gedanke war so überwältigend, dass er ihm den Atem raubte. Sie hatte ihre größte Angst überwunden, war an den Ort ihres Traumas zurückgekehrt. Für ihn. Er wusste, dass sie es leugnen würde, dass sie sagen würde, sie hätte es für sich getan. Aber er wusste es besser. Er hatte die nackte Panik auf ihrem Gesicht gesehen, als er sie das erste Mal erblickt hatte. Und er hatte die stille Stärke gesehen, mit der sie trotzdem geblieben war.

„Hey, Erde an Garrett!“, riss Logan ihn aus seinen Gedanken. Er grinste breit. „Du bist ja völlig weggetreten. Lass mich raten, du denkst schon an deine Belohnung nach dem Spiel? Wer ist es heute Abend? Blond, brünett?“

Garrett schüttelte leicht den Kopf und befreite sich aus Logans Griff. „Niemand, Logan. Ich gehe heute Abend nirgendwo hin.“

Logan zog die Augenbrauen hoch. „Wie bitte? Wir feiern! Das ganze Team geht ins ‚Puck‘. Du kannst nicht fehlen, du bist der Kapitän. Und du hast uns den Arsch gerettet.“

„Ihr feiert für mich mit“, sagte Garrett und zog sich sein verschwitztes Trikot über den Kopf. Er spürte die Blicke seiner Teamkollegen auf sich, aber es war ihm egal. „Ich muss… etwas erledigen.“

Er musste sie sehen. Er musste wissen, dass sie okay war. Er musste ihr sagen… er wusste nicht, was er ihr sagen musste. Aber er wusste, dass er es sagen musste. Jetzt.

„Etwas erledigen?“, wiederholte Logan misstrauisch. Sein Blick wanderte über Garretts Gesicht. „Du bist seit dem zweiten Drittel wie ausgewechselt. Zuerst spielst du, als hättest du Blei in den Schlittschuhen, und dann, plötzlich, bist du wieder der alte Garrett. Nein, besser. Was ist passiert auf der Strafbank? Hast du eine göttliche Eingebung gehabt?“

Garrett dachte an ihre Augen, die ihn durch die Dunkelheit gefunden hatten. *Ja*, dachte er. *So etwas in der Art.*

„Ich habe nur meinen Kopf freibekommen“, log er und griff nach seiner Tasche. „Wir sehen uns morgen.“

Ohne auf eine weitere Antwort zu warten, verließ er die laute Umkleidekabine und schlüpfte durch den Seitenausgang ins Freie. Die Kälte schlug ihm entgegen, aber er spürte sie kaum. Sein Herz hämmerte, nicht vor Anstrengung, sondern vor einer nervösen, ungestümen Energie. Er rannte fast zu seinem Jeep, warf seine Tasche auf den Rücksitz und startete den Motor. Er wusste, wo sie wohnte. Er wusste, dass er wahrscheinlich nicht einfach so auftauchen sollte. Aber die Regeln der Vernunft schienen heute Abend nicht zu gelten.

***

Ivery hatte sich gerade unter die Dusche gestellt und das heiße Wasser über ihren Kopf und ihre Schultern prasseln lassen, als sie ein Klopfen an der Wohnungstür hörte. Sie schloss die Augen und hoffte, dass Allie aufmachen würde. Sie wollte niemanden sehen, mit niemandem reden.

„Ich geh schon!“, rief Allie. Ivery hörte, wie die Tür geöffnet wurde, gefolgt von einer überraschten Stille.

„Äh… hi“, hörte sie Allies Stimme. „Du bist… Garrett Graham.“

„Ist Ivery da?“, fragte Garretts tiefe Stimme. Sie klang angespannt.

„Sie… duscht gerade. Ist alles in Ordnung?“

„Ja. Ich… ich kann warten. Wenn es okay ist.“

Es gab eine weitere Pause. Ivery stellte das Wasser ab und lauschte.

„Klar“, sagte Allie schließlich, ihre Stimme klang seltsam. „Komm rein. Ich war sowieso gerade auf dem Weg nach unten, um… äh… Wäsche zu waschen. Ja. Wäsche. Viel Spaß beim… Warten.“

Ivery hörte die Tür wieder ins Schloss fallen. Sie war allein in der Wohnung. Mit ihm.

Ihr Herz begann zu rasen. Sie wickelte sich ein Handtuch um den Körper und eines um die Haare und trat zögernd aus dem Bad. Er stand mitten im kleinen Wohnbereich, die Hände in den Taschen seiner Jeans vergraben, und sah sich unsicher um. Er trug noch immer die Spuren des Spiels im Gesicht – eine leichte Rötung an der Wange, erschöpfte Augen, aber darunter lag eine fiebrige Intensität.

Als er sie sah, erstarrte er. Sein Blick wanderte über ihr Gesicht, ihre nackten Schultern, die Wassertropfen auf ihrer Haut. Ivery wurde sich plötzlich ihrer Aufmachung bewusst und verschränkte die Arme vor der Brust, eine instinktive Schutzhaltung.

„Du solltest dich nicht so schnell aus der Umkleide schleichen“, sagte sie, um die peinliche Stille zu durchbrechen. Ihre Stimme klang kratzig. „Dein Team will sicher mit dir feiern.“

„Sie können ohne mich feiern“, sagte er leise. Er machte einen Schritt auf sie zu. „Ich wollte sehen, ob du okay bist.“

„Mir geht’s gut“, log sie.

„Lüg nicht, Ivery“, sagte er, und seine Stimme war so sanft, dass es ihr wehtat. „Ich habe dich gesehen. Ich habe gesehen, wie du gezittert hast.“

Ivery wich seinem Blick aus und ging zu ihrem Schrank, um sich etwas zum Anziehen zu suchen. „Es war kalt da oben.“

„Hör auf damit.“ Er war ihr gefolgt und stand nun direkt hinter ihr. Sie konnte seine Wärme spüren. „Hör auf, so zu tun, als wäre es nichts gewesen.“

Sie zog sich eine Jogginghose und ein altes, weites T-Shirt aus dem Schrank und drehte sich um, um zurück ins Bad zu gehen. Er versperrte ihr den Weg.

„Ivery.“

Sie sah auf. Sein Gesicht war nur wenige Zentimeter von ihrem entfernt. „Was, Garrett?“

„Du warst da“, flüsterte er. Die drei Worte hingen in der Luft, schwer und bedeutungsvoll.

Ivery schluckte. „Ich… ich musste es für mich tun“, brachte sie hervor. „Ich musste wissen, ob ich es kann.“

„Vielleicht“, gab er zu. „Aber du bist geblieben. Auch nachdem du gesehen hast, wie ich es vermasselt habe.“

Sein Blick war so intensiv, so voller roher, unverfälschter Emotionen, dass sie das Gefühl hatte, er könne direkt in ihre Seele blicken.

„Du hast es nicht vermasselt“, sagte sie leise. „Du hattest einen schlechten Moment. Und dann… warst du brillant.“

Ein kleines, ungläubiges Lächeln huschte über seine Lippen. „Das lag an dir.“

„Hör auf, so einen Unsinn zu reden. Du bist ein guter Spieler. Du brauchst keine Cheerleaderin in der letzten Reihe.“

„Du bist keine Cheerleaderin“, widersprach er. Er hob eine Hand und legte sie vorsichtig an ihre Wange. Seine Haut war kühl vom Spiel, aber die Berührung sandte eine Welle der Hitze durch sie. „Du bist die Einzige in dieser ganzen verdammten Stadt, die mich wirklich sieht. Die nicht den Kapitän sieht oder Phil Grahams Sohn. Du siehst mich.“ Seine Stimme brach. „Als ich dich da oben sitzen sah, wusste ich, dass ich nicht allein bin. Und ich wusste, dass ich nicht für ihn spiele. Nicht mehr.“

Ivery spürte, wie ihr die Tränen in die Augen stiegen. Sie hasste es. Sie hasste dieses Gefühl der Verletzlichkeit, dieses unkontrollierbare Aufwallen von Gefühlen, das er in ihr auslöste.

„Warum bist du hier, Garrett?“, flüsterte sie.

„Weil ich dich küssen musste“, antwortete er ehrlich. „Gestern war… Verzweiflung. Trost. Aber das hier…“

Er beugte sich vor und schloss die Lücke zwischen ihnen. Diesmal war der Kuss nicht zögerlich oder fragend. Er war voller Gewissheit. Er war ein Dankeschön, ein Versprechen und eine Frage zugleich. Er schmeckte nach dem Salz seines Schweißes, der Kühle der Nacht und einer tiefen, unergründlichen Zärtlichkeit. Ivery ließ die Kleidung in ihren Händen fallen und legte ihre Arme um seinen Hals. Sie zog ihn näher, verlor sich in dem Gefühl seiner Lippen auf ihren, in der Art, wie seine Hand von ihrer Wange in ihren Nacken glitt und sie festhielt, als wäre sie das Wertvollste auf der Welt.

Es war ein langer, tiefer Kuss, der die Leere in ihr mit etwas füllte, das sich gefährlich nach Hoffnung anfühlte. Als sie sich schließlich lösten, um Luft zu holen, lehnten sie ihre Stirnen aneinander.

„Was sind wir?“, hauchte sie in die Stille.

„Ich weiß es nicht“, gab er genauso leise zurück. „Zwei ziemlich kaputte Menschen, die sich irgendwie gefunden haben?“

Sie lachte leise, ein feuchtes, heiseres Geräusch. „Das klingt nach einer schrecklichen Ausgangslage.“

„Oder nach der einzig ehrlichen“, erwiderte er.

Er wollte sie wieder küssen, doch in diesem Moment wurde die Stille durch ein lautes, ungeduldiges Klopfen an der Tür zerrissen.

Sie fuhren auseinander wie zwei Teenager, die von ihren Eltern erwischt wurden.

„Garrett! Bist du da drin? Mach auf, Mann, dein Handy ist aus!“ Logans Stimme drang gedämpft durch die Tür.

Garrett schloss die Augen und stieß einen frustrierten Seufzer aus. „Verdammt.“

Ivery trat einen Schritt zurück, die intime Blase um sie herum war zerplatzt. Die Realität war mit der Wucht eines Pucks gegen die Bande zurückgekehrt.

„Du solltest aufmachen“, sagte sie, ihre Stimme wieder unter Kontrolle. „Dein Teamkollege macht sich Sorgen.“

Garrett sah sie an, ein Ausdruck des Bedauerns in seinen Augen. Er ging zur Tür und öffnete sie einen Spalt. „Was ist, Logan?“

Logan drängte sich an ihm vorbei in den Raum, bevor Garrett ihn aufhalten konnte. „Ich hab’s mir doch gedacht! Ich wusste, dass du hier bist! Was zum…“ Er verstummte, als er Ivery sah, die mit feuchten Haaren und in schlabbrigen Klamotten im Raum stand. Er sah sie an, dann Garrett, dann wieder Ivery. Das spöttische Grinsen auf seinem Gesicht erstarb und machte einem Ausdruck verwirrter Erkenntnis Platz. Er sah die geröteten Augen, die geschwollenen Lippen, die aufgeladene Atmosphäre im Raum. Das hier war kein flüchtiger One-Night-Stand. Das war etwas anderes.

„Oh“, sagte Logan leise. „Ich… äh… störe.“

„Ja, tust du“, sagte Garrett knapp, die Anspannung in seiner Stimme war unüberhörbar.

Logan hob abwehrend die Hände. „Okay, okay, ich bin schon weg. Ich wollte nur sichergehen, dass du nicht von Aliens entführt wurdest. Wir sehen uns morgen… oder so.“

Mit einem letzten, langen Blick auf Ivery, der mehr Fragen als Antworten enthielt, zog er sich aus dem Zimmer zurück und schloss leise die Tür.

Die Stille, die er hinterließ, war anders als zuvor. Sie war schwerer, komplizierter. Die Außenwelt hatte sich Zutritt verschafft.

„Es tut mir leid“, sagte Garrett und fuhr sich durch die Haare. „Er ist ein Idiot, aber er meint es nicht böse.“

„Schon gut“, sagte Ivery und hob ihre Kleidung vom Boden auf. Sie spürte, wie die Mauern, die für einen kurzen Moment eingestürzt waren, sich langsam wieder aufbauten, Ziegel für Ziegel. „Es ist spät. Du solltest gehen.“

Er wollte protestieren, aber er sah die Veränderung in ihrem Gesicht. Er sah die zurückkehrende Vorsicht, die Angst. Er nickte langsam. „Ja. Wahrscheinlich.“

Er ging zur Tür, blieb aber mit der Hand auf der Klinke stehen. Er drehte sich noch einmal um.

„Ivery?“, sagte er.

Sie sah ihn an, ihr Herz ein schmerzender Knoten in ihrer Brust.

„Was auch immer das ist“, sagte er langsam und wog jedes Wort ab, „ich will nicht, dass es aufhört.“

Sie schluckte den Kloß in ihrem Hals hinunter. Der Teil von ihr, der nach Sicherheit schrie, wollte ihn wegschicken, ihm sagen, dass das alles ein Fehler war. Aber der Teil, der in seinen Armen zum Leben erwacht war, der in der Eishalle überlebt hatte, war stärker.

„Ich auch nicht“, flüsterte sie.

Ein Anflug von Erleichterung huschte über sein Gesicht. Er schenkte ihr ein kleines, müdes Lächeln, das ihr Herz traf. „Schlaf gut, Ivery.“

Dann war er weg.

Ivery schloss die Tür ab und lehnte sich mit dem Rücken dagegen. Sie schloss die Augen und atmete zitternd aus. Ihr Zimmer war wieder still, aber es war nicht mehr dieselbe Stille wie vor einer Stunde. Es war nicht mehr die Leere der Erschöpfung. Diese Stille war gefüllt. Gefüllt mit dem Echo seiner Stimme, dem Gefühl seiner Lippen, dem Gewicht seiner Geständnisse.

Sie ging langsam zu ihrem Bett zurück und setzte sich. Ihre Finger strichen über ihre Unterarme, über die alten, verblassten Narben. Gestern hatte er sie berührt, als wären sie ein Teil von ihm. Heute hatte sie sich seinetwegen ihren Dämonen gestellt.

Das Eis war nicht nur gerissen. Es war geschmolzen, hatte eine Flut von Gefühlen freigesetzt, vor denen sie sich so lange geschützt hatte. Sie wusste nicht, ob sie darin schwimmen oder ertrinken würde. Aber als sie sich unter ihre Decke kuschelte, spürte sie zum ersten Mal seit dem Tod ihres Vaters, dass sie nicht mehr allein im kalten Wasser trieb. Und dieses Wissen war das Furchterregendste und zugleich das Schönste, was sie je gefühlt hatte. Das Gewicht der Stille war nicht erdrückend. Es war ein Versprechen.