Gangs
Ewiges Feuer und neue Horizonte
Justin
Ich lehnte am Türrahmen unseres Schlafzimmers und beobachtete Miley, wie sie vor dem Spiegel stand und sich die Haare bürstete. Das Licht der untergehenden Sonne fiel durch das Fenster und tauchte ihre Haut in ein warmes Gold. Drei Jahre war es nun her, dass wir diesen ganzen Wahnsinn mit Lion und den verfeindeten Gangs hinter uns gelassen hatten. Drei Jahre, in denen sie jeden Tag schöner geworden war.
„Du starrst schon wieder, Bieber“, sagte sie, ohne sich umzudrehen, aber ich sah das freche Grinsen in der Spiegelung. Ihre smaragdgrünen Augen blitzten auf.
„Ich kann nicht anders, Shawty“, erwiderte ich und stieß mich vom Rahmen ab. Ich trat hinter sie, legte meine Hände auf ihre Schultern und küsste die Stelle, an der ihr Hals in die Schulter überging. „Du bist wie eine Droge. Ein Entzug würde mich umbringen.“
Miley legte die Bürste weg und drehte sich in meinen Armen um. Sie legte ihre Hände flach auf meine Brust, genau über mein Herz, das bei ihrer Berührung immer noch einen Schlag übersprang. „Wie gut, dass ich eine lebenslange Dosis für dich reserviert habe.“
Wir wurden durch ein lautes Poltern aus dem Flur unterbrochen, gefolgt von einem empörten Aufschrei.
„Justin! Deine Brut hat meine Playstation-Controller als Beißringe zweckentfremdet!“, brüllte Ryan durch das Haus.
Miley lachte leise und schüttelte den Kopf. „Geh und rette deinen besten Freund, bevor er vor einem Kleinkind kapituliert. Ich ziehe mich fertig an. Wir wollten doch noch zu den Jungs ans Lagerfeuer, oder?“
„Ja, die ganze Gang wartet schon“, sagte ich, stahl mir noch einen schnellen Kuss und machte mich auf den Weg ins Wohnzimmer.
Dort bot sich mir ein Bild für die Götter. Ryan saß auf dem Boden, die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, während Aiden – mittlerweile ein Wirbelwind auf zwei Beinen – triumphierend einen blauen Controller in die Luft hielt und sabberte.
„Ryan, du bist der Vize-Anführer der Snipers. Hab ein bisschen Würde“, spottete ich und hob meinen Sohn hoch, der sofort anfing zu kichern.
„Würde? Justin, der Junge ist ein taktisches Genie. Er hat mich mit einem Keks abgelenkt und dann zugeschlagen“, beschwerte sich Ryan, musste dann aber doch grinsen, als Aiden ihm den Controller (nass, aber funktionstüchtig) entgegenstreckte. „Na komm her, du kleiner Teufel.“
Miley
Als wir wenig später am Strand ankamen, wo die Snipers ihr traditionelles Sommerfeuer entfacht hatten, wurden wir mit lautem Gebrüll empfangen. Die Jungs liebten Justin, aber sie vergötterten Aiden. Es war beeindruckend zu sehen, wie diese harten Männer, die früher für ein falsches Wort zur Waffe gegriffen hätten, jetzt um die Wette Grimassen schnitten, um ein Baby zum Lachen zu bringen.
Justin legte seinen Arm fest um meine Taille und zog mich an sich. „Alles okay, Babe?“, flüsterte er mir ins Ohr.
„Mehr als okay“, antwortete ich und lehnte meinen Kopf an seine starke Schulter. „Ich habe gerade daran gedacht, wie sehr sich alles verändert hat. Schau sie dir an. Sie sind glücklich.“
„Wir sind glücklich“, korrigierte er mich und küsste meine Schläfe.
Ryan kam mit ein paar Bierflaschen auf uns zu und reichte Justin eine. „Hey Miley, bist du bereit für die Revanche beim Poker später? Oder hast du Angst, dass ich dir wieder dein Taschengeld abnehme?“
Ich lachte trocken und sah ihn herausfordernd an. „Ryan, Schatz, das letzte Mal hast du deine Uhr und fast deine Ehre verloren. Wenn du heute Abend wieder gegen mich antrittst, nenne ich dich den Rest des Monats ‚Prinzessin‘.“
„Uhh, verbrannt!“, riefen ein paar der Jungs im Hintergrund. Justin grinste nur stolz. Er liebte es, wenn ich den anderen Kontra gab.
Der Abend verlief in einer perfekten Mischung aus Lachen, alten Gang-Geschichten und dem Knistern des Feuers. Justin setzte sich irgendwann mit seiner Gitarre ans Feuer – ein Anblick, den nur die engsten Mitglieder der Snipers zu Gesicht bekamen. Wenn er sang, wurde es still. Seine Stimme war rau, voller Gefühl und nur für mich bestimmt.
Als er fertig war, sah er mich mit diesem Blick an, der mir weiche Knie bescherte. „Ich muss kurz mit Ryan was besprechen, Shawty. Geh schon mal vor zum Wasser, ich komm gleich nach.“
Ich nickte und schlenderte barfuß über den kühlen Sand zum Ufer. Das Rauschen der Wellen beruhigte mich. Ich dachte an meinen Vater, der mich verstoßen hatte, weil ich nicht das brave Mädchen sein wollte, das er an Lion verkaufen konnte. Er hatte alles verloren – Macht, Geld und seine Tochter. Und Lion? Ryan hatte recht gehabt, er war am Ende. Ein Niemand.
Plötzlich spürte ich Justins Wärme hinter mir. Er schlang seine Arme um mich und verschränkte seine Finger vor meinem Bauch.
„Worüber grübelst du?“, fragte er leise.
„Nur über den Weg, den wir gegangen sind. Dass es sich gelohnt hat, Justin. Jede Träne, jeder Kampf.“
Er drehte mich zu sich um. Seine Augen leuchteten im Mondlicht. „Ich würde es tausendmal wieder tun. Ich würde die ganze Welt niederbrennen, nur um dich an meiner Seite zu haben.“
Er packte mich im Nacken und küsste mich mit einer Intensität, die mir den Atem raubte. Seine Hände wanderten über meinen Rücken, tiefer zu meinem Hintern, den er fest in seine großen Hände nahm und knetete. Ein tiefes Seufzen entwich meinen Lippen.
„Justin... die anderen sind da oben...“, keuchte ich, während er an meinem Ohrläppchen knabberte.
„Sollen sie doch gucken. Sie wissen, dass du meine Königin bist“, knurrte er. Er hob mich hoch, sodass ich meine Beine um seine Hüften schlang. Er trug mich ein Stück weiter in den Schatten der Klippen, weg vom Licht des Feuers.
Er drückte mich gegen den kühlen Fels und fing an, mein Kleid nach oben zu schieben. Seine Küsse wurden gieriger, seine Berührungen fordernder. „Ich brauche dich, Miley. Jetzt.“
„Dann nimm mich“, flüsterte ich und krallte meine Finger in seine tätowierten Oberarme.
Wir liebten uns dort am Strand, im Verborgenen, mit der Wildheit von zwei Menschen, die sich jeden Tag aufs Neue für einander entschieden. Es war heiß, verschwitzt und absolut vollkommen. Jedes Mal, wenn er in mich eindrang, fühlte es sich an, als würde ein Puzzleteil an seinen Platz fallen.
Justin
Später, als wir wieder oben am Feuer saßen und Aiden bereits in einer kleinen Tragetasche neben uns schlief, lehnte Miley sich erschöpft aber zufrieden an mich.
„Justin?“, fragte sie leise.
„Ja, Babe?“
„Lass uns noch eins kriegen.“
Ich erstarrte kurz und sah sie ungläubig an. „Ein Baby? Noch eins?“
Sie lächelte, und ihre Grübchen kamen zum Vorschein. „Aiden braucht jemanden, dem er zeigen kann, wie man Ryans Controller klaut. Und ich... ich hätte nichts dagegen, noch ein kleines Ebenbild von dir durch das Haus rennen zu sehen.“
Ich spürte, wie sich ein breites Grinsen auf meinem Gesicht ausbreitete. Ich hob sie hoch und wirbelte sie im Kreis, völlig ungeachtet der Tatsache, dass die Jungs uns anstarrten.
„Hört ihr das?!“, schrie ich in die Nacht hinaus. „Miley will noch einen kleinen Sniper!“
Die Gang brach in Jubel aus. Ryan schüttelte nur lachend den Kopf. „Oh Gott, noch einer. Ich sollte anfangen, meine Sachen in Tresoren einzuschließen.“
Miley lachte und warf ihm einen Luftkuss zu. „Gewöhn dich dran, Prinzessin Ryan!“
Der nächste Morgen begann friedlich. Ich war früher wach als die anderen und bereitete in der Küche das Frühstück vor. Pfannkuchen, Speck, frischer Kaffee – der Duft erfüllte das ganze Haus. Miley kam schlaftrunken in die Küche, nur in einem meiner Hemden, das ihr bis zur Mitte der Oberschenkel reichte. Ihre Haare waren zerzaust, und sie sah in meinen Augen schöner aus als jedes Model auf einem Cover.
„Guten Morgen, Shawty“, sagte ich und reichte ihr eine Tasse Kaffee.
„Guten Morgen, Baby“, murmelte sie und kuschelte sich an meinen Rücken, während ich die Pfannkuchen wendete. „Du verwöhnst uns zu sehr.“
„Es gibt kein ‚zu sehr‘ für dich“, erwiderte ich ernst. Ich drehte mich um und nahm ihr Gesicht in meine Hände. „Ich meine es ernst, Miley. Jeden Morgen, wenn ich aufwache und dich neben mir sehe, danke ich Gott – oder wem auch immer –, dass Lion so ein verdammter Idiot war und dich gehen ließ.“
„Er hat mich nicht gehen lassen, Justin. Du hast mich geholt“, korrigierte sie mich mit einem sanften Lächeln.
In diesem Moment watschelte Aiden in die Küche, seine kleine Decke hinter sich herziehend. Er blieb stehen, rieb sich die Augen und streckte die Arme nach uns aus. „Mama! Papa!“
Ich bückte mich und hob ihn hoch, während Miley uns beide umarmte. Wir standen einfach so da, in der Mitte unserer Küche, eine kleine, unzerstörbare Festung.
„Wollen wir heute ans Wasser?“, fragte ich in die Runde.
„Nur wenn Ryan mitkommt und wir ihn wieder dissen können“, sagte Miley frech.
„Abgemacht“, lachte ich.
Wir verbrachten den Tag auf unserem Boot. Ryan und seine Freundin waren dabei, und wie versprochen ließen Miley und ich keine Gelegenheit aus, ihn ein bisschen aufzuziehen. Es war diese Art von Vertrautheit, die man nur mit Menschen hat, die mit einem durch die Hölle gegangen sind.
Als die Sonne langsam unterging und wir zurück zum Hafen fuhren, saß ich am Steuer und Miley stand neben mir, Aiden auf dem Arm. Der Wind wehte durch ihr Haar, und sie sah so glücklich aus, dass es mir fast das Herz sprengte.
„Justin?“, rief sie gegen den Wind an.
„Ja, Shawty?“
„Ich liebe dich mehr als alles andere!“
Ich stellte den Motor ab und ließ das Boot ausrollen. Ich trat zu ihr, nahm sie und unseren Sohn in den Arm und sah über das weite Meer.
„Und ich liebe dich, Miley. Bis zum letzten Atemzug. Und weit darüber hinaus.“
Wir küssten uns, während Aiden zwischen uns fröhlich gluckste. Es gab keine Gang-Kriege mehr, keine Gewalt, die uns bedrohte. Wir hatten unseren Frieden gefunden. Und während wir so da standen, wusste ich, dass egal was die Zukunft bringen würde, wir bereit waren. Gemeinsam. Als Snipers. Als Familie.
Miley
Der Abend endete in unserem Schlafzimmer, nachdem Aiden endlich eingeschlafen war. Wir waren beide müde, aber die Anziehungskraft zwischen uns war wie ein Magnet, der niemals an Kraft verlor. Justin drückte mich sanft aufs Bett und legte sich über mich, wobei er sein Gewicht auf seine Unterarme stützte, um mich nicht zu erdrücken.
„Du bist mein Ein und Alles, weißt du das?“, hauchte er gegen meine Lippen.
„Ich weiß es, Justin. Weil du es mir jeden Tag zeigst.“
Er fing an, mich zu küssen – langsame, tiefe Küsse, die nach Versprechen und Ewigkeit schmeckten. Seine Hände erkundeten meinen Körper, als würde er ihn zum ersten Mal entdecken, obwohl er jede Kurve, jede Narbe und jedes Muttermal kannte.
„Sag es nochmal“, bat er leise, während er meine Kleidung entfernte.
„Ich liebe dich, Justin Bieber. Den Anführer der Snipers, den Vater meines Sohnes und den Mann, der mein Herz gestohlen hat.“
Er stöhnte leise auf und vereinigte sich mit mir. Es war eine Nacht voller Zärtlichkeit, ein stilles Versprechen, dass wir einander niemals loslassen würden.
Am nächsten Morgen saßen wir wieder alle am Tisch. Ryan versuchte gerade, Aiden zu erklären, warum man keine Nudeln an die Wand wirft, während Justin und ich uns vielsagende Blicke zuwarfen.
„Wisst ihr was?“, sagte Ryan und wischte sich eine Nudel von der Stirn. „Egal wie sehr ihr mich nervt... ich würde diesen Wahnsinn gegen nichts auf der Welt eintauschen.“
Miley grinste und legte ihren Kopf auf Justins Schulter. „Wir auch nicht, Ryan. Wir auch nicht.“
Justin nahm meine Hand unter dem Tisch und drückte sie fest. Er sah mir tief in die Augen, und ich sah darin alles, was ich jemals brauchen würde: Liebe, Schutz und eine wilde, ungezähmte Leidenschaft, die niemals enden würde.
„Für immer, Shawty?“, fragte er leise.
„Für immer, Babe“, antwortete ich.
Und während Aiden anfing zu lachen, weil Ryan sich aus Versehen Saft über das Shirt geschüttet hatte, wusste ich: Das hier war unser Happy End. Und es war verdammt noch mal perfekt.